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01.07.2019

Brammentransporter der Superlative:

Heißes Eisen auf Reisen

  • Kamag entwickelt Brammentransporter mit außerordentlich hoher Nutzlast und Hubkraft
  • Transporttechnologie aus Ulm widersteht extremen Einsatzbedingungen in der Stahlindustrie

Am Pfingstmontag schickte Kamag Transporttechnik, ein Unternehmen der TII Group, einen ganz besonderen Brammentransporter auf die Reise zum Kunden. Nicht nur der Schwertransport an sich mit 71 Meter Länge und einem Gesamtgewicht von rund 360 Tonnen ist außerordentlich. Mit 150 Tonnen Zuladung zählt das Industriefahrzeug zu den Nutzlast-stärksten in diesem Segment. Auch darüber hinaus steht das Fahrzeug für großartige Ingenieursleistung.

Im Auftrag des Stahlgiganten ArcelorMittal hat Kamag Transporttechnik einen Brammentransporter mit einer am Markt außerordentlichen Nutzlast entwickelt. Die Ausschreibung des Stahlproduzenten gab eine Zuladung von 150 Tonnen vor. Außerdem erwartete der Kunde eine sehr hohe Hubleistung der Greifzangen, mit deren Hilfe die Brammen angehoben werden, von 2,5 Meter in 25 Sekunden. Brammen, Halbzeuge der Stahlindustrie, sind große Stahlblöcke, die je nach Ausführung Stückgewichte um die 30 Tonnen aufweisen können und innerbetrieblich in Stapeln transportiert werden. Wenn sie aus der Strangpressanlage kommen, sind sie noch bis zu 900 Grad Celcius heiß. Der dadurch bedingte extrem hohe Temperatureintrag ins Fahrzeug erfordert zahlreiche technische Schutzmaßnahmen.

Um die geforderte Nutzlast zu ermöglichen, mussten die Ingenieure von Kamag den Nachläufer des Fahrzeugs, auf den beim Brammentransport die größten Belastungen einwirken, völlig neu entwickeln. Beim Vorderwagen konnten die Ulmer Spezialisten für Industriefahrzeuge auf eine bestehende Konstruktion und bewährte Antriebskomponenten zurückgreifen. Neuland betraten sie mit der sogenannten Fatigue-Berechnung. Mit deren Hilfe ist es beispielsweise möglich, Aussagen über die Haltbarkeit des Fahrzeugkonstruktion zu treffen. Der Kunde gab vor, dass der Rahmen auch unter den extremen Arbeitsbedingungen in einem Stahlwerk sowie einem Betrieb des Transporters von nahezu rund um die Uhr mindestens zehn Jahre keinen Riss aufweisen darf.

Als ebenso anspruchsvoll wie die Konstruktion des neuen Brammentransporters erwies sich der Transport des leer 132 Tonnen schweren Brammentransporters zum Kunden. Dabei unterstützten die Transportexperten der Spedition Kübler den Fahrzeughersteller. Kübler setzte für den Transport des Kolosses zwei Intercombi-Transportplattformen mit zwölf und zehn Achslinien sowie eine Hubhebelbrücke ein. Beide Produkte stammen von der Scheuerle Fahrzeugfabrik. Kamag Transporttechnik und Scheuerle sind beide Teil der TII Group des Heilbronner Multiunternehmens Otto Rettenmaier und belegen mit diesem Transport eindrucksvoll die Synergien zwischen den TII Unternehmen.

Insgesamt maß der Schwertransport eine Länge von 71, eine Breite von 6,6 und eine Höhe von 5,4 Meter. Bei der aufwendigen Verladung auf die Schwerlastkombination kamen zwei Autokräne des Ulmer Unternehmens Rieger und Moser zum Einsatz. Der Weg führte den Schub- und Zugverband vom Kamag-Werk im Industriegebiet Ulm-Donautal über 260 Kilometer öffentliche Straßen bis zum Heilbronner Hafen. Dort wurde der Brammentransporter für die letzte Etappe bis zum Dock des Stahlproduzenten auf ein Binnenschiff umgeschlagen.

Brammentransporter sind nur eine der Transportlösungen, die Kamag Transporttechnik der Stahlindustrie anbietet. Der Ulmer Hersteller von Sonderfahrzeugen fertigt außerdem Schlacke-, Gießpfannen-, U-Rahmen- sowie Schrottkorbtransporter, Industriehub- und Coil-Fahrzeuge. Alle dieser Transportmittel sind für die extremen Bedingungen der Stahlproduktion wie große Hitze, hohe Tonnagen, Schmutzeintrag und staubiges Schüttgut ausgelegt.

Transport KAMAG Brammentransporter von Ulm nach Heilbronn


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